|
Die Ursachen des Krieges waren zunehmende
Steuern, Gebühren und Einfuhrzölle, die die durch den
Siebenjährigen Krieg hoch verschuldete britische Regierung
ihren Neuengland-Kolonien ab der zweiten Hälfte der 60er Jahre
aufzwang. Die Neuengländer wehrten sich schließlich
durch einen Boykott englischer Waren, der die Regierung in England
empfindlich traf. Im Verlauf der folgenden Jahre spitzte sich die
Situation weiter zu. 1774 marschierten 11 britische Regimenter in
Boston ein, dem Sitz der englischen Zollbehörde.
1775 hatten die 13 Neuengland-Kolonien
etwa 2,3 Millionen Einwohner. Virginia, Pennsylvania und Massachussetts
waren die am dichtesten besiedelten Staaten. Mehr als die Hälfte der
Bevölkerung waren gegen eine Revolution (!) und blieben der
britischen Krone gegenüber loyal. Von diesen Königstreuen
dienten während der Auseinandersetzungen etwa 40,000 Mann in der britischen Armee. Ohne den Eintritt
Frankreichs 1778 sowie den Kriegseintritt Spaniens 1779 und der
Niederlande 1780 auf Seiten der Neuengländer in den Krieg wäre
der Aufstand der Kolonien vermutlich niedergeschlagen worden! (George
Washington´s Army, Osprey Men At Arms) Dieser Krieg
wurde nicht nur in Amerika geführt, auch in der Karibik, in
Westindien und um Gibraltar sowie im Ärmelkanal fanden Kämpfe
um Kolonien und die Dominanz auf den Weltmeeren statt.
* * * * *.
Am 19. April 1775 kam es bei Lexington
und Concord zu einer Schlacht zwischen Truppen des britischen
Militärkommandanten und Milizen, die sich inzwischen vielerorts
gebildet hatten. Die Briten wurden von den Rebellen geschlagen und
damit der eigentliche Beginn des Unabhängigkeitskrieges markiert.
Der Kontinentalausschuß - die
Vertretung der Neuenglandstaaten - beschloß den offiziellen
militärischen Widerstand gegen die britischen Truppen und die
Aufstellung einer Armee unter dem Oberbefehl des Plantagenbesitzers
und ehemaligen Miliz-Obersten George Washington aus Virginia.
Am 4. Juli 1776 wurde die Unabhängigkeitserklärung
verkündet und als notwendige Ergänzung zu den vergleichsweise
wenig verläßlichen Staatenmilizen der Aufbau einer kontinentalen,
Bundesstaaten-übergreifenden Armee beschlossen. Die Stärke
der Armee, die die Rebellen aufstellen konnten, betrug zu keiner
Zeit während des Krieges mehr als zwischen 20.000 und 30.000
Mann.
Die britische Armee war zwar diszipliniert
und geschult, jedoch zahlenmäßig nicht groß genug
für einen Krieg in Nordamerika, so daß in erheblichem
Umfang auf Söldnertruppen deutscher Kleinstaaten - insgesamt
ca. 30.000 Mann, davon der größte Teil allein aus Hessen
- zurückgegriffen werden mußte. Auch auf amerikanischer
Seite kämpften in großer Zahl Deutsche Einwanderer auf
Seiten der Rebellen. Sie besiedelten Land, das sie von der britischen
Krone erhalten hatten, waren aber im Gegensatz zu den englischen
Siedlern Großbritannien gegenüber unabhängiger eingestellt.
Der Unabhängigkeitskrieg unterschied
sich wesentlich von der Kriegführung in Europa: Das Land war
vergleichsweise dünn besiedelt, die beteiligten Truppen verfügten
über keinerlei schwere Kavallerie. An Reiterei wurden lediglich
Dragoner eingesetzt, jedoch auch nicht in vergleichsweise nennenswerter
Zahl und hauptsächlich in kleineren Trupps Überfälle
oder Aufklärungszwecke.
Der Einsatz leichter Infanterie durch
die Briten gewann im Laufe des Krieges für die Briten zunehmend
an Bedeutung. Der Unabhängigkeitskrieg war auch ein Bürgerkrieg,
der mit größter Härte zwischen den Rebellen und
den königstreuen Amerikanern geführt wurde.
* * *
Indianer.
Im Vergleich zum French-Indian War
spielten die Indianer in diesem Krieg eine weniger bedeutende Rolle.
Ihre Sympathie galt zunächst den Engländern und dem "großen
weißen Vater" Georg III., den Neuengländern standen
sie abwehrend gegenüber, da diese ihr Land nahmen. Ein großer
Teil der Stämme sympathisierte mit den Briten und terrorisierte
die neuenglische Grenzbevölkerung, langfristig jedoch ohne
Nutzen für die Britische Armee. In diesem Krieg hatte die
britische Armee jedoch keine Offiziere aufzubieten, die es wie im
vorangegangenen French-Indian War verstanden hätten, die indianischen
Stämme für sich einzunehmen und sie im Kampf gegen die
Amerikaner zu organisieren. 1779 führte Washington´s
Armee unter General Sullivan eine groß angelegte Strafaktion
gegen eine ganze Reihe von Indianerdörfern durch.
Einige der größeren
Schlachten des Krieges: 1775: Lexington&Concord, Bunker
Hill. 1776: New York, Trenton 1777: Princeton, Brandywine,
Germantown, Saratoga. 1780: Charleston, Camden. 1781: Cowpens,
Yorktown.
|